Deutsches Literaturarchiv Marbach_Newsletter_November 2023

2. November 2023

Die Veranstaltungen im DLA Marbach und in den Literaturmuseen im November 2023

Donnerstag, 2. November, 19.30 Uhr
Archivgebäude, Humboldt-Saal
Digitale Originale 5

Zähmung Künstlicher Intelligenz durch das Recht

 

Benjamin Raue ist seit 2016 Inhaber des Lehrstuhls für Zivilrecht, Recht der Informationsgesellschaft und des Geistigen Eigentums sowie geschäftsführender Direktor des Instituts für Recht und Digitalisierung Trier (IRDT) an der Universität Trier. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören das Digital- und Urheberrecht. In seinem Vortrag nähert er sich dem international uneinheitlich gehandhabten und teilweise ungeklärten Recht im Netz. Moderation: Jan Hess und Vera Hildenbrandt.

Eintritt: 9,-/7,- € (erm./DSG)
Kartenvorverkauf über Reservix

Foto: DLA Marbach (Chris Korner)

Mittwoch, 8. November, 19 Uhr
Stiftung Lyrik Kabinett, München

Das Lyrische Quartett – Gedichte im Gespräch

 

Mehrmals im Jahr nimmt sich das Lyrische Quartett Neuerscheinungen vor und fragt nach der Bedeutung und den Spielformen von Gedichten in unserer Gegenwart. Einvernehmlich geht es dabei selten zu, denn die heutige Lyrik ist vor allem eines: vielfältig und experimentierfreudig. Moderiert von der Berliner Literaturkritikerin Barbara Wahlster, diskutieren jeweils drei Expert/-innen live vor Publikum und als Sendung auf Deutschlandfunk Kultur, in wechselnder Besetzung. Nachdem das Quartett im vergangenen Frühjahr in Marbach zusammenfand, gastiert es nun wieder im Münchner Lyrik Kabinett. Vier auf ihren Gebieten führende Institutionen geben damit der Lyrik eine Bühne: das Deutsche Literaturarchiv Marbach, Deutschlandfunk Kultur, die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und die Stiftung Lyrik Kabinett.

 

Mehr Informationen unter:
www.dla-marbach.de,
www.lyrik-kabinett.de,
www.deutschlandfunkkultur.de und
www.deutscheakademie.de

Donnerstag, 9. November, 19 Uhr
Literaturmuseum der Moderne

Lieder im Krieg von Friedrich Schiller bis Jochen Klepper


Mit Nora B. Hagen (Sopran), Johannes Wedeking (Bass) und Andreas Willberg (Klavier)

Mit Hurra in den Krieg: Das hat jahrhundertelang funktioniert und funktioniert – leider – noch heute. Wer singt, denkt nicht nach, ist manipulierbar durch ein mitreißendes Lied, das etwa am Biwakfeuer oder beim Marschieren erklingt. Das Wir-Gefühl des gemeinsamen Singens hat eine manipulative Schattenseite. Es richtet sich ausgrenzend gegen ein Ihr. Aber Lieder spenden auch Trost. Der moderierte Liederabend entlang den Rubriken der Ausstellung erstreckt sich thematisch vom Kinderlied Maikäfer flieg über das Reiterlied aus Schillers Wallenstein bis zu frühen Klepper-Vertonungen, die unter Soldaten in ihren Einsatzgebieten an der Ostfront zirkulierten und sich heute im Marbacher Nachlass von Jochen Klepper finden. Moderation: Gunilla Eschenbach und Johannes Wedeking.


Kooperationspartner:
Evangelische Kirchengemeinde Marbach am Neckar

#LiteraturBewegt wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Sonntag, 12. November, 11 Uhr
Archivgebäude, Tagungsbereich
Schillerrede

Abdulrazak Gurnah

 

Mit Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, und Sandra Richter, Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach. – Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
 

Um Anmeldung wird gebeten (bis 3. November): direktion@dla-marbach.de

 

Foto: © Mark Pringle.

Sonntag, 12. November, 12 bis 17 Uhr
Literaturmuseum der Moderne

Schillersonntag


Am Schillersonntag sind alle Besucher/-innen eingeladen, die aktuellen Ausstellungen im Literaturmuseum der Moderne mit einem besonderen Veranstaltungsprogramm kennenzulernen. Mit Liederführungen lassen Johannes Wedeking (Bass) und Hedayet Djeddikar (Klavier) die Ausstellung ›Singen! Lied und Literatur‹ musikalisch erklingen. Auch die Ausstellung ›Droste digital‹, die an diesem Tag eröffnet wird, werden wir in Kurzführungen präsentieren. Im Rahmen des Tobias-Mayer-Jahres 2023 nehmen wir unsere Besucher/-innen mit auf eine literarisch-galaktische Reise zu den Himmelskörpern in unserer Dauerausstellung ›Die Seele 2‹. Führungen durch Bibliothek und Archiv erlauben einen Blick hinter die Kulissen des Deutschen Literaturarchivs. Für Kinder und Familien Veranstaltungen gibt es ein Mitsing-Programm mit dem Liedermacher Wolfgang Hering; Katrin-Uta Ringger zeigt an der Musik-App ›tab-Do‹ viele Ideen zum Experimentieren und gemeinsamen Musikmachen.


Ausführliches Programm in Kürze unter www.dla-marbach.de

In Kooperation mit dem Helbling Verlag Esslingen.

Montag, 20. November, 19.30 Uhr
Archivgebäude, Humboldt-Saal
Zeitkapsel 60

Entwürfe des Schönen, Spuren des Schäbigen – Brigitte Kronauer und ihr Nachlass

 

Das Schöne, Schäbige, Schwankende nannte die Büchner-Preisträgerin Brigitte Kronauer (1940–2019) ihr letztes Buch, und dieser Titel liest sich fast wie ein Programm für ihr einzigartiges Lebenswerk. Während ihrer langen Krankheit freundete sich Brigitte Kronauer mit dem Gedanken an, dass auch sie einmal einen literarischen Nachlass haben würde – und dies, obwohl sie Skizzen und Entwürfe, die ihren umfangreichen Romanen vorausgingen, sehr gerne wegwarf. Dennoch: Vieles hat sich überliefert und gewährt Einblick in die Werkstatt und das Denken einer der ungewöhnlichsten Erzählerinnen der vergangenen Jahrzehnte. Zusammen mit Sandra Kegel, Leiterin des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, und Michael Klett, der ihr Werk von 1980 an vorbildlich betreute, werfen wir erste Blicke in Kronauers Hinterlassenschaften. Moderation: Jan Bürger. – Die Veranstaltung war ursprünglich für den Mai 2023 angekündigt und musste verschoben werden.

Eintritt: 9,-/7,- € (erm./DSG)
Kartenvorverkauf über Reservix


Skizze für einen neuen Roman, von Brigitte Kronauer auf einem Marbacher Programmplakat notiert. Foto: DLA Marbach (Chris Korner).

Aktuelle Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne


bis 3. Februar 2024
#LiteraturBewegt4

Singen! Lied und Literatur
Eine Wechselausstellung im Literaturmuseum der Moderne

 

Am Anfang der Literatur war das Lied. Und das Lied ist auch die dominante Gattung im Musikalienbestand des Deutschen Literaturarchivs Marbach mit seinen rund 5.100 Notendrucken und 2.800 Notenhandschriften vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Vertonungen von Schiller, Mörike und Hesse, von Brecht, Stramm und Kafka sind in den Sammlungen vertreten. Unsere Ausstellung kombiniert den klassischen deutschsprachigen Liedkanon mit früheren und heutigen Alltagspraktiken des Singens. Wie ändert sich eine Situation, wenn man singt? Was passiert im medialen Wechsel von Literatur ins gesungene Lied? Diesen Fragen geht die Ausstellung nach, indem sie Lieder in soziale Kontexte stellt, in denen sie gesungen werden. Wir zeigen Lieder in den fünf Grundsituationen Geburt, Natur, Liebe, Politik und Tod. Die Singanlässe gleichen sich: Damals wie heute singen wir mit Kindern, singen wir gemeinsam oder allein in der Natur. Kein Parteitag ohne Hymne, keine politische Bewegung ohne Protestsong. Angesichts von Tod und Sterben gibt das Singen Halt. Die Ausstellung geht von der Annahme aus, dass Lieder ihre performative Kraft erst entfalten, wenn sie real erklingen. Einerseits stimuliert das Lied zum Mitsingen. Andererseits bricht die Kulturtechnik des Liedersingens zunehmend weg. Die hermetische Performance des deutschen Kunstliedes verengt sich auf ein schmales Milieu. Es sind die Songs, Remixes und Karaoke-Versionen in den digitalen Kulturtechniken des permanenten Fortschreibens und Redesignens, die heute das Lied lebendig halten. ›Singen!‹ eröffnet einen zeitgemäßen Zugang zu Liedtexten und zur medialen Wirkungsweise komplexer Kunstlieder wie einfachster Songs.
 

Das Forschungs- und Ausstellungsprojekt #LiteraturBewegt wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

 

Die Band ›Ton Steine Scherben‹ hat ihre sogenannte »Schwarze Platte« mit Hilfe von gezogenen Tarotkarten komponiert. Foto: DLA.

 

ab 12. November 2023

Droste Digital. Handschriften – Räume – Installationen
Eine Wanderausstellung im Literaturmuseum der Moderne

 

Winzige, kaum lesbare Buchstaben drängen sich dicht an dicht, formen sich zu Wörtern und Texten, die das Papier oft bis zum Rand füllen, einiges ist durchgestrichen und korrigiert, anderes ergänzt – manches sogar vertikal. Annette von Droste-Hülshoffs Handschriften sind eindrückliche Textbilder mit einer ganz eigenen Ästhetik. Die Ausstellung ›Droste Digital. Handschriften – Räume – Installationen‹ präsentiert erstmals digitalisierte Manuskripte aus dem Meersburger Nachlass der Schriftstellerin, nimmt sie buchstäblich unter die Lupe, zeigt sie in verschiedenen Größen, deckt Schreibund Entstehungsprozesse auf, macht die Handschriften in künstlerischen Installationen erfahrbar. Von Burg Hülshoff, dem Geburtsort Annette von Droste-Hülshoffs, wird die Ausstellung weiterwandern und ab dem Schillersonntag im Literaturmuseum der Moderne zu sehen sein.
 

Eine Ausstellung von Burg Hülshoff – Center for Literature in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin, der LWL-Literaturkommission für Westfalen, dem LWL-Archivamt, dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, Burg Vischering und dem Kulturgut Haus Nottbeck.
 

Foto: © CfL_LWL-Achrivamt für Westfalen.

 

bis Herbst 2024

Schiller, Hölderlin, Kerner, Mörike
Eine Interimsausstellung im Literaturmuseum der Moderne

 

Für das Schiller-Nationalmuseum erarbeiten wir zurzeit ein neues Ausstellungskonzept. Daher sind vier Schriftsteller – Schwaben von Geburt und drei davon Autoren von Weltrang – vorläufig ins Literaturmuseum der Moderne umgezogen. Wir haben Dinge eingepackt, die ihre poetisch besonderen Seiten zeigen: Friedrich Schillers unterschiedliche Spiele, Justinus Kerners Tintenklecksbilder und die eigenwilligen Aufschreibesysteme von Friedrich Hölderlin und Eduard Mörike. Alle vier Schriftsteller stammen aus der Umgebung des Museums: Schiller wurde 1759 in Marbach geboren, Hölderlin 1770 in Lauffen, Kerner 1786 und Mörike 1804 in Ludwigsburg.
 

Einen Einblick in die Ausstellung gibt es hier: 
https://www.dla-marbach.de/museen/museen-digital/ausstellungskataloge-und-texte.

 

Von Eduard Mörike bemaltes Wurmholz. Foto: DLA Marbach.

 

Dauerausstellung

Die Seele 2
Die Schausammlung im Literaturmuseum der Moderne

 

In der Schausammlung zum 20. Jahrhundert zeigen wir über 180 Exponate aus den Sammlungen des Deutschen Literaturarchivs Marbach – von 1899 bis 2001 und von Arendt bis Zuckmayer. Zu den Exponaten gehören unter anderem Stücke aus den Nachlässen von Hannah Arendt, Gottfried Benn, Paul Celan, Hilde Domin, Alfred Döblin, Hans Magnus Enzensberger, Hermann Hesse, Robert Gernhardt, Franz Kafka, Ernst Jünger, Heinrich Mann, Else Lasker-Schüler, Rainer Maria Rilke, W. G. Sebald und Carl Zuckmayer. Im Mittelpunkt stehen dabei diese Fragen: Warum Literatur im Archiv erfahren? Was macht diese Erfahrungen so einzigartig, und wie werden sie für uns alle zugänglich? Welche Bilder von der ›Literatur‹ und von der ›Welt‹ sind mit diesem Archiv der Literatur verbunden? Die Schausammlung wird durch zwei interaktive digitale Präsentationsformen erweitert.
 

›Mit der Seele schreiben‹ wurde im Rahmen von »Neustart Kultur« der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. ›Literaturbewegen‹ ist Teil des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg geförderten Projekts »Literatur digital lesen. Forschung in Aktion«.
 

Blick in die Ausstellung. Foto: DLA Marbach (Chris Korner).

 

Öffentliche Führungen im Literaturmuseum der Moderne


Jeweils am letzten Sonntag im Monat um 14 Uhr.
 

Dauer: 90 Minuten.
Preise: 5,- € zzgl. Museumseintritt 9,-/7,- € (erm./DSG)

Kontakt

Kontakt:
Alexa Hennemann
Leiterin Kommunikation
Direktion
Deutsches Literaturarchiv Marbach
Schillerhöhe 8-10
71672 Marbach am Neckar
Telefon +49 (0) 7144 / 848-173
Telefax +49 (0) 7144 / 848 191
alexa.hennemann@dla-marbach.de
www.dla-marbach.de

Zum Seitenanfang