Forschungsstelle zu Gerlind Reinshagen

Die Gerlind Reinshagen-Forschungsstelle dient als Anlaufstelle für die internationale Reinshagen-Forschung. Mitglieder der Forschungsstelle sind Forscher:innen aus dem In- und Ausland sowie das DLA Marbach.

Gerlind Reinshagen (1926-2019)

war ab 1968, mit der Premiere von „Doppelkopf“, bis in die 1980er Jahre die meistgespielte Dramatikerin im deutschsprachigen Raum. Ihre Stücke wurden an allen bedeutenden Bühnen aufgeführt und viele von ihnen mehrfach inszeniert. Bis zu ihrem Tod schrieb sie weiterhin fürs Theater. Zudem schuf sie ein umfangreiches Werk mit Romanen, Gedichten und Hörspielen. 2010 produzierte der Hessische Rundfunk das Hörspiel „Die Frau und die Stadt“, Reinshagens Hommage an Gertrud Kolmar, mit Angela Winkler und Gerlind Reinshagen als Sprechstimmen. Noch bis kurz vor ihrem Tod arbeitete sie mit Corinne Maier an dem Stück „Zufügung. Über das Alter und den Tod hinaus“. Ungeachtet ihrer eminenten literatur- und theaterhistorischen Bedeutung ist Reinshagen in Vergessenheit geraten. Ihr im DLA Marbach liegender umfangreicher Nachlass ist noch weitgehend unerschlossen.

Geplante Publikationen
  • Annette Bühler-Dietrich/Claus Zittel (Hg.): Kann denn 'ne Frau so was? Studien zum Leben und Nachlass von Gerlind Reinshagen. Berlin: Springer 2026.
  • Edition der Hörspiele von Gerlind Reinshagen
  • Edition des Briefwechsels von Gerlind Reinshagen und . Hans-Ulrich Müller-Schwefe
  • Edition unveröffentlichter Texte der Autorin

Die Gerlind Reinshagen-Forschungsstelle hat sich zum Ziel gesetzt, das vielfältige Werk Reinhagens durch Tagungen, Workshops, Vorträge und Publikationen wieder in den Blickpunkt der Forschung zu rücken, aber auch sich für Wieder- oder Erstaufführungen ihrer Stücke und Neudrucke ihrer Texte einzusetzen. Außerdem unterstützen wir Arbeiten, die sich der Erschließung ihres Nachlasses widmen und wollen selbst durch Editionen und Forschungsbeiträge bislang noch unbekanntes Material präsentieren und auf unserer Webseite dokumentieren. Auch sammeln wir Rezeptionszeugnisse und versuchen, die zahlreichen Bezüge zur zeitgenössischen Kunst und Literatur aufzuweisen und zu kommentieren.

Fachlich unterstützt werden Qualifikationsarbeiten, die sich mit dem Werk Reinshagens beschäftigen.

Im Anschluss an die 2024 am DLA Marbach abgehaltene Tagung erscheint 2026 der Band Kann denn 'ne Frau so was? Studien zum Nachlass und Werk von Gerlind Reinshagen (Metzler/Springer), herausgegeben von Annette Bühler-Dietrich und Claus Zittel.

Zum 100. Geburtstag findet am 4. Mai die Lesung „Ein Gespensterreigen“ am Literaturhaus Stuttgart statt (siehe getrennte Ankündigung).

Mitwirkende

Annette Bühler-Dietrich

Annette Bühler-Dietrich ist außerplanmäßige Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Stuttgart und lehrt auch an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Sie forscht zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur sowie zu Drama und Theater im deutschsprachigen Raum und in Afrika. Zu ihren Publikationen gehören u.a. Auf dem Weg zum Theater. Else Lasker-Schüler, Marieluise Fleißer, Nelly Sachs, Gerlind Reinshagen, Elfriede Jelinek (Würzburg 2003), Drama, Theater und Psychiatrie im 19. Jahrhundert (Tübingen 2012) und der Sammelband Feminist Circulations between East and West (Berlin 2020). Als Kuratorin und Übersetzerin befasst sie sich vor allem mit frankophoner afrikanischer Literatur. Übersetzungen: Raharimanana, Zurückkehren (Berlin 2022), Sami Tchak, Der Kontinent von allem und beinahe nichts (Berlin 2024). 2025 erschienen mehrere ihrer Theaterübersetzungen in SpurenZeitgenössische Theatertexte aus afrikanischen Ländern und aus der Diaspora, hg. von Kerstin Ortmeier et al.

Jan Bürger

Jan Bürger lebt als Literaturwissenschaftler und Schriftsteller in Stuttgart. Er studierte Deutsche Sprache und Literatur sowie Politikwissenschaften in Hamburg und wurde 2000 über Hans Henny Jahnn promoviert. Von 2000 bis 2002 war er Redakteur der Zeitschrift Literaturen in Berlin. Seitdem arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar, wo er das Siegfried Unseld Archiv leitet. 2014 war er Gastprofessor an der Vanderbilt University in Nashville, TN. Er ist Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg und im Redaktionskreis der Zeitschrift für Ideengeschichte. Wichtige Veröffentlichungen: Der gestrandete Wal. Das maßlose Leben des Hans Henny Jahnn, 2003, aktualisierte Neuausgabe Hamburg 2017; Benns Doppelleben oder wie man sich selbst zusammensetztMarbacher Magazin, Marbach a.N. 2006; Der Neckar. Eine literarische Reise, München 2013; „‚Mich zu fixieren, ist unmöglich.‘ Versuch über Joseph Roth“, in: Akzente. Zeitschrift für Literatur, H. 5/2014, S. 463–479; Zwischen Himmel und Elbe. Eine Hamburger Kulturgeschichte, München 2020.

Helga W. Kraft

Helga W. Kraft - Professor of Germanic Studies, University of Illinois at Chicago. Forschungsinteressen: Kulturstudien, deutsches Drama und Theater, Frauenliteratur, Gender. Letzte Veröffentlichungen: „Xenophobia and the Stranger as Vampire in Efriede Jelinek‘s and Nikolas Mahler‘s Der fremde! störenfried der ruhe eines sommerabends der ruhe eines friedhofs. A Slapstick Play of the Mind." In Kosta and Lamb-Faffelberger, Hrsg.: All the Rage: Elfriede Jelinek‘s Passionate Subversion. Peter Lang, im Druck, 2024; „Die Macht der Überwachung in Die Schmerzmacherin. Marlene Streeruwitz schreibt Kafka neu.“ Journal of Austrian Studies," 55, 1, 2022. - „Milo Rau as Influencer. A New Realism in Theater,” In Yale’s Journal of Criticism, Plays, & Reportage. 51:2, 2021. 39-47. „Kafka in Comics. Unter besonderer Berücksichtigung von Moritz Stetters Das Urteil.“ Colloquia Germanica, 48, No. 4, Themenheft: German Comics. 2016.

Stefanie Ohnesorg

Stefanie Ohnesorg (Ph.D., Mc Gill University, Montréal) ist Associate Professor im Fachbereich German Studies an der University of Tennessee. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Reiseliteratur, Gender Studies, Migrationsforschung und Nachhaltigkeitsstudien. Desweiteren engagiert sie sich wissenschaftich und praktisch im Bereich Deutsch als Fremdsprache, ist u.a. Mitbegründerin und Leiterin der German Saturday School of Knoxville, und wurde 2022 von der American Association of Teachers of German (AATG) mit dem ‘Outstanding German Educator Award‘ geehrt.

Birgitt Reiß

Birgitt Reiß, Dr. phil., Studium Germanistik und Geschichte. 2023 Promotion mit einem Vergleich einiger Werke von Lukas Bärfuss mit denen von Heinrich von Kleist (Universität Stuttgart. Hat Literaturwissenschaft in Stuttgart und Ouagadougou/Burkina Faso gelehrt. Berufliche Tätigkeit im berufsbildenden Bereich (Internationale Pflege) und Weiterbildung zur Theaterpädagogin (BuT). Publikationen: Bilder des Sterbens studieren. Bildung und Vanitas in David Fuchs’ Roman Bevor wir verschwinden. In: Führholzer, Katharina et. al. (Hrsg.): (Un-)Sagbarkeit des Todes. Ästhetische Annäherungen an Sterbeprozesse in Literatur, Film und Social MediaRe:visit 4.1 (2025). „... dieses Geräusch, wenn die Zunge sich plötzlich vom Gaumen löst...“ – Der affektive Misston und die Wahrnehmungslücke im Bild des Fremden: Lukas Bärfuss' Roman Hundert Tage. In: Bühler-Dietrich, Annette u. a. (Hrsg.): Literatur auf der Suche. Studien zur Gegenwartsliteratur. Berlin 2018. S. 181-208.

Inge Stephan

Inge Stephan, Professorin a.D. am Institut für deutsche Literatur an der Humboldt Universität zu Berlin. Jüngste Veröffentlichungen: J.M.R. Lenz Handbuch (2017); Eisige Helden. Kälte, Emotionen und Geschlecht in Literatur und Kunst vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart (2019) und Verweigerte Männlichkeit. Antihelden in Literatur und Kunst vom 18. bis zum 20. Jahrhundert (2024).

Bastian Strinz

Bastian Strinz, Studium der Germanistik und der Geschichte an der Universität Stuttgart. Dissertation über Robert Walsers Prosastücke im Lichte Friedrich Nietzsches (De Gruyter 2019). Beiträge zu Robert Walser und Friedrich Nietzsche sowie zu Thomas Mann, Georges Bataille, Peter Handke. Tätig als Wissenschaftsmanager an unterschiedlichen Hochschultypen; seit 2019 im Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg. Publikationen: „L’innocuo auto-osservator“. Al di là del bene d del male come modello poetologico di riferimento nelle prime prose di Robert Walser; in: Estetica. Studie e ricerche. Nietzsche nella letteratura del primo Novecento. Percorsi interpretativi a cura di Francesco Cattaneo, Fabio Grigenti, Gaetano Rametta. 1/2019. S. 185-198. Leopold Zieglers Zarathustra-Glossen: Robert Walsers Mikrogramme und Friedrich Nietzsche. Überlegungen zu einer philosophisch-ästhetisch fundierten Philosophie; in: Poetica in Permanenza. Studi su Nietzsche. A cura die Gabriella Pelloni e Claus Zittel. Nietzscheana saggi 26. 2017. S. 211-224.

Claus Zittel

Claus Zittel, ist  Direktor des Stuttgart Research Centre for Text Studies und Co-Direktor des Laboratorio Bembo an der Universität Ca’ Foscari zu Venedig. Er lehrt Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Philosophie an der Universität Stuttgart und an der Ca’ Foscari und ist Autor zahlreicher interdisziplinärer Studien zu den Schnittstellen von Literaturwissenschaft, Philosophie, Kunst- und Wissenschaftsgeschichte. Mehrere Zeitschriften und Buchreihen werden von ihm herausgegeben, darunter die Nietzsche-Studien, die Zeitsprünge und Intersections. Interdisciplinary Studies in Early Modern Culture.

Kontakt/Leitung

 

Annette Bühler-Dietrich

Keplerstr. 17, 70174 Stuttgart, Raum: 2.053

 

Prof. Dr. Claus Zittel

Azenbergstraße 12, 70174 Stuttgart, 1. OG, Raum: Zi. 1.014

Zum Seitenanfang